Page 11 - Geschäftsbericht 2022
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einem Vorjahr seit Beginn der Erhebung im Die Baukonjunktur wurde und wird aufgrund
Jahr 1958. Detailliert betrachtet kletterten die von Preissteigerungen bei Baumaterialien und
Preise in nahezu allen Bereichen kräftig. Baupreisen, die durch den anhaltenden Krieg
Dämm- und Brandschutzarbeiten an techni- in der Ukraine noch deutlich verstärkt wurden,
schen Anlagen kosteten 27,2 % mehr als im sowie durch steigende Zinsen und verschlech-
Jahresdurchschnitt 2021, Verglasungsarbeiten terte Finanzierungsbedingungen bei weiter an-
waren 21,2 % teurer als ein Jahr zuvor, Metall- haltendem Fachkräftemangel auf Abwärtskurs
bauarbeiten 20,7 % und Stahlbauarbeiten geschickt. Die Bauinvestitionen waren 2022
19,8 %. erstmals seit sechs Jahren wieder rückläufig
und sanken um 1,6 %.
Auch im Jahr 2023 zeigt sich keine Entspan-
nung, vielmehr stiegen die Preise weiterhin Im Wohnungsbau hat die Bundesregierung
deutlich an: Im Mai 2023 lagen diese für den nach mehreren abrupten Förderstopps mit
Neubau konventionell gefertigter Wohnge- anschließenden deutlichen Verschärfungen
bäude in Deutschland laut Statistischem der Anforderungen die Förderbedingungen
Bundesamt nochmals 8,8 % über denen des im Laufe des Jahres erheblich verschlechtert
Vorjahresmonats. Im Februar 2023 waren die und zudem das Vertrauen in die Verlässlichkeit
Preise im Vorjahresvergleich gar um 15,1 % ge- der Wohnungsbauförderung untergraben. Dies
stiegen. Die Preise für Instandhaltungsarbeiten dürfte im Zusammenspiel mit dem deutlich
an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) ungünstigeren Finanzierungsumfeld und den
nahmen im Mai 2023 um 11,7 % gegenüber hohen Preisen maßgeblich zu den hohen
Mai 2022 zu. Stornierungsraten im Wohnbau beigetragen
haben, die seit der zweiten Jahreshälfte 2022
zu beobachten waren.
Bild: WI 61 Amalienstraße/Ludwigstraße
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