Page 28 - Geschäftsbericht 2022
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Nach der Pandemie und einem, wie in diesem In der Vergangenheit ist dies gelungen, wie die
Bericht bereits geschildert, aus anderen Grün- drei jüngsten Beispiele verdeutlichen:
den anspruchsvollem Geschäftsjahr 2022 für
die Wohnungswirtschaft zeigte bisher auch Die Modernisierung der WI 3 in der Fürther Süd-
das Jahr 2023 keine Entspannung. Diese ist stadt wird im Jahr 2023 abgeschlossen werden.
auch nicht abzusehen. Aus den diversen Preis- Hier wird trotz weiterhin dezentraler Beheizung
steigerungen im Bau- und Dienstleistungssektor, KfW100-Effizienzhausstandard erreicht.
im Energiepreissektor im Vergleich zu dem
Niveau vor Beginn des Russland-Ukraine- Die Modernisierung der WI 2 in der Fürther
Krieges, aber auch in der Lebenshaltung Südstadt wird im Jahr 2023 weiter voran-
privater Haushalte allgemein entstehen neue schreiten und im Jahr 2024 abgeschlossen
Herausforderungen für die Genossenschaft: werden. Energetisch wird die Wohnanlage
Die laufenden Ausgaben für Instandhaltung nach Modernisierung KfW-70-Effizienzhaus-
und andere Lieferungen und Leistungen stei- standard aufweisen.
gen überproportional zu den Mieteinnahmen;
das für das Wohnen zur Verfügung stehende Während im Bestand die Gestaltungsmöglich-
Einkommen der Haushalte sinkt. Die Kapital- keiten begrenzt sind, ist dies im Neubau freier.
kosten bei Prolongationen auslaufender Zins- Unser Neubau in Zirndorf-Leichendorf erreicht
bindungen und Neufinanzierungsbedarf liegen gar KfW-55-Effizienzhausstandard. Der voll-
deutlich über den noch vor wenigen Jahren ständige Abschluss der Baumaßnahme wird
realisierbaren. Dies ist nur bei sukzessiver im Jahr 2023 erfolgen.
Ertragssteigerung wirtschaftlich auf Dauer
stemmbar. Der Vorstand wird diese notwen- Bei allen drei genannten Vorhaben wurden
digen Anpassungen zum Wohle der Bau- und Fördermittel des Bundes genutzt und so die
Siedlungsgenossenschaft Volkswohl eG auch Investition bei verträglichen Mietansätzen
in Zukunft sozial verträglich gestalten. möglich und wirtschaftlich darstellbar. Der klare
Appell der Wohnungswirtschaft an Länder und
Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Bund ist es, die Förderlandschaft für sozial
sind auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen verträgliche Investitionen in das Wohnen –
fordernder denn je. Mit den bereits existie- sowohl für Modernisierung als auch Neubau –
renden Klimaschutzzielen, der angezeigten zuverlässig, planbar und ausreichend umfang-
Dekarbonisierung und den seit Anfang 2023 reich zu gestalten. Dem schließen wir uns voll-
intensivierten Diskussionen des Gesetzgebers inhaltlich an. Wohnen muss bezahlbar bleiben.
zu weiteren Vorgaben (Gebäudeenergiegesetz
u.a.) gilt es für uns als Bestandshalter das Noch nicht abgeschlossen sind die Unter-
Portfolio gut und sinnvoll zu strukturieren, suchungen und Überlegungen zu möglichen
sowie sukzessive – wo Handlungsbedarf und Investitionen in der WI 24 (Ludwigstraße 12,
Optimierungspotential besteht – anzugehen Lessingstraße 20), der WI 51 (Flurstraße 9, 11,
und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat Investi- Frühlingstraße 3, 5, Schulstraße 16) sowie den
tions- und Finanzierungsentscheidungen zu WIs 24, 25 und 28 (alle Ritter-von-Aldebert-
treffen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit für die Straße).
Bewohner als auch für die Genossenschaft
steht dabei ebenso im Fokus wie die Steigerung
des Wohnkomforts und die energetische
Optimierung.
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